Welle der Kirchenaustritte hält weiter an

Köln – noch immer sind Termine zum Kirchenaustritt auf lange Sicht ausgebucht.

Die Kirche scheint so unattraktiv wie nie zuvor. Auch im Jahr 2022 ist der Andrang bei der Vergabe der Kirchenaustrittstermine groß und die zuständigen Beamten kommen kaum hinterher. 

In ganz Deutschland scheint die Kirche als Institution immer weniger Anziehungskraft auf die Mitglieder auszuwirken. DIe Messen sind leer, das Angebot wird kaum angenommen und die Kirchensteuer wird als eine unzumutbare Belastung angesehen. 

Auch im europäischen Ausland ist dieser Trend zu beobachten. In Österreich berichtet die Vorarlbergische Zeitung, dass auch im “Ländle” – wie die Österreischer Voralberg liebevoll nennen –  die Beziehung zur Kirche stark gelitten hat. Immer weniger Menschen sind dort daran interessiert eine kirchliche Hochzeitszeremonie abzuhalten. Ein deutliches Zeichen dafür, dass die Bindung fehlt.

Mögliche Gründung für eine Abkehr von der Kirche

Viele Jahrhunderte hat die Kirche unseren Alltag geprägt. Sie war Ansprechpartner bei schwierigen Fragen und Problemen, kümmerte sich um Problemfelder in unserer Gesellschaft und diente vielen Menschen als Fels in der Brandung. In der heutigen Zeit sind viele Aufgabenfelder jedoch in der Hand des Staates. Zudem ist die Individualität in den letzten 100 Jahren zu einem sehr wertvollen Gut geworden. Das trägt dazu bei, dass wir uns selbst finden möchten, eigene Wege gehen und an Hörigkeit verloren haben.

Mit Sicherheit haben auch die zahlreiche Skandale rund um die Kirche einen Beitrag dazu geleistet, dass vor allem Unentschlossene sich dazu entschieden keine Kirchensteuer mehr abführen zu müssen. In vielen der Gesellschaft wichtigen Punkten hat sich die Kirche falsch verhalten.

Auswege aus der Krise

Die Kirche steckt in einer tiefen Krise. Und sie kann nicht in kurzer Zeit überwunden werden. Sie muss sich neu erfinden und den Menschen wieder einen größeren Mehrwert bieten. Ihr würde es gut tun mit etwas mehr Demut aufzutreten, mit den Einnahmen Gutes zu tun anstatt prunkvolle Bauten zu errichten und dafür zu sorgen, dass die Mitarbeiter der Kirche in der Gesellschaft angesehen werden. Nicht nur die Mitgliederzahlen sind nämlich problematisch. Es fehlt auch an motiviertem Nachwuchs um die Herausforderungen der Zukunft meistern zu können.

Jetzt ist der ideale Zeitpunkt um sich neu zu erfinden, eine wichtige Aufgabe in unserer Gesellschaft zu übernehmen und sich der angehäuften Altlasten zu entledigen.

Dann kann die Kirche wieder eine Institution werden, in der man zueinander findet, sich gegenseitig unterstützt und dazu beiträgt, dass jeder Mensch ein besseres Leben genießen kann.